Appell für den Ausstieg aus der Massentierhaltung

Statement beim Presse-Essen am 10.1.2012

Der „Appell für den Ausstieg aus der Massentierhaltung“ wurde im Herbst 2010 von Eugen Pissarskoi, Christian Voigt, Eva Mahnke und mir (Friederike Schmitz) ins Leben gerufen. Angeregt von einem ähnlichen Aufruf holländischer ProfessorInnen wollten wir damit der folgenden Einsicht mehr öffentliches Gehör verschaffen: Es gibt keine guten Argumente, und schon gar keine wissenschaftlich fundierten Argumente, für die Aufrechterhaltung der gegenwärtigen Form der Tierindustrie. Es gibt stattdessen eine Fülle von Argumenten, die sich mit dem Wissen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen stützen lassen, dagegen.
Es ging uns außerdem darum deutlich zu machen, dass es einen breiten gesellschaftlichen Konsens gegen die Massentierhaltung gibt, der von der deutschen und europäischen Landwirtschaftspolitik völlig ignoriert wird.

Wir definieren Massentierhaltung als die Haltung von Tieren in industriellen, weitgehend automatisierten Großbetrieben, in denen der Platz pro Tier nicht oder kaum das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß überschreitet. Es geht uns klarerweise nicht um die bloße Größe der einzelnen Anlagen. Das, was wir kritisieren, hat erstens mit der Menge der insgesamt in Deutschland gehaltenen Tiere zu tun, zweitens mit Phänomenen, die typisch für die Massentierhaltung sind und darin in verschärfter Form auftreten, wobei sie freilich nicht darauf beschränkt bleiben.

Die Argumente, die wir in dem Appell anführen, betreffen zum Einen die Auswirkungen der Massentierhaltung auf Klima, Umwelt und Gesundheit. Es gibt ernstzunehmende Studien, denen zufolge die Tierhaltung in derzeitigen Dimensionen als ein wesentlicher Faktor zum Klimawandel beiträgt und die Umwelt hierzulande schädigt. Es ist außerdem belegt, dass die Massentierhaltung eine Brutstätte für Viren und Bakterien ist, die uns allen gefährlich werden können, wie anhand der jüngsten Keimfunde auf Hähnchen wieder deutlich geworden ist. Massentierhaltung schadet also uns allen. Die Politik ist aber dafür da, allgemeine Güter wie Klima, Umwelt und Gesundheit aktiv zu schützen, indem sie schädigende Praktiken einschränkt bzw. verbietet.

Zum Anderen haben wir in unserem Appell auch dafür argumentiert, dass die Massentierhaltung aufgrund der involvierten Tierquälerei moralisch inakzeptabel ist.
Dieser Punkt liegt mir persönlich besonders am Herzen. Ein Schwerpunkt meiner Arbeit in meinem Fach, Philosophie, ist die Tierethik; d.h. ich habe mich ausgiebig mit der Frage beschäftigt, welcher Umgang mit nicht-menschlichen Tieren moralisch legitim bzw. geboten ist.

Natürlich muss man keine Philosophin sein, um sinnvoll über diese Frage nachzudenken.
Aber es hilft zum Beispiel dabei, zu unterscheiden, was kontroverse Thesen und was offensichtliche Wahrheiten sind. An der akademischen Debatte zu dem Thema, die seit den 70ern über den moralischen Status von Tieren geführt wird, lässt sich das klar ablesen.

Es ist zum Beispiel kontrovers, ob es überhaupt legitim ist, Tiere zu menschlichen Zwecken zu benutzen. Einige EthikerInnen vertreten die These, dass Tiere als eigenständige Subjekte ein Recht auf Leben, Unversehrtheit und Freiheit haben genau wie Menschen. Das Argument: es gibt keine moralisch relevanten Eigenschaften, die nur Menschen und alle Menschen haben, die eine klare Grenze für die Verteilung von Rechten zuließe. Tiere haben Bewusstsein, sie haben Interessen, eine Individualität – all das spricht dagegen, sie als bloße Ressourcen zur Herstellung von Nahrungsmitteln anzusehen und entsprechend zu behandeln.

Es gibt gleichzeitig auch EthikerInnen, die unsere Benutzung von Tieren weniger grundsätzlich in Frage stellen. Tiere gefangenzuhalten, zur Produktion von Lebensmitteln zu nutzen und zu töten sei prinzipiell moralisch in Ordnung, sagen sie. Sie fügen allerdings heutzutage immer – immer – hinzu, dass das Wie des Haltens, Nutzens und Tötens moralischen Maßstäben unterliegen müsse. D.h.: Züchten und essen dürften wir Tiere, quälen aber nicht. Tiere sollen für Nahrungsmittel nicht leiden.

Massentierhaltung bedeutet massives Leiden. Auf Höchstleistungen gezüchtete Tiere sind besonders anfällig für verschiedenste Krankheiten, sie erleiden Verletzungen, sie verbringen ihr Leben auf engstem Raum ohne die Möglichkeit zur Erfüllung elementarster Bedürfnisse wie Bewegungsdrang, Bedürfnis nach Unterhaltung und stabilen sozialen Kontakten. Nach einem grotesk kurzen Leben werden sie sie in stunden- bis tagelangen Transporten zum Schlachthaus gebracht, wo sie nicht selten einen grauenhaften Tod erleben.
Tiere leiden in gigantischem Ausmaß für die Tierprodukte, die legal in Deutschland erzeugt werden.
Ich kenne keinen Philosophen und keine Philosophin, dem oder der eine Rechtfertigung solcher Quälerei jemals eingefallen wäre.
Man könnte das Ganze schon fast als Paradigma, als Musterbeispiel für eine ethische Regel auffassen: Leiden gilt es zu vermeiden – es sei denn, es gibt gewichtige Gründe, warum man es in Kauf nehmen muss. Anders gesagt: Unnötiges Leiden gilt es zu vermeiden. In fast identischer Formulierung heißt es im Tierschutzgesetz: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen.“

Was könnte aber hier ein vernünftiger Grund sein? Inwiefern ist die Nutzung von Tieren zur Nahrungsmittelproduktion nötig, inwiefern hat man also für die Zufügung von Leiden einen vernünftigen Grund?

Wir brauchen keine Tierprodukte, um gesund zu leben. Wir brauchen sie schon gar nicht in der Menge, in der wir sie heute produzieren. Wir brauchen auch nicht die Billig-Arbeitsplätze, die im Zusammenhang mit der Massentierhaltung entstehen, denn wir können mehr und bessere Arbeitsplätze schaffen, wenn wir auf andere Weise Nahrungsmittel produzieren. Und die Einkünfte, d.h. die Steuereinahmen, die aus der Tierindustrie stammen, sind erstens ein zweifelhafter Gewinn, wenn man die externen Kosten der Massentierhaltung mit einbezieht. Zweitens liefern sie keine Rechtfertigung für die Außerkraftsetzung moralischer Regeln: wir würden ja auch keine Sklaverei oder Kinderarbeit erlauben mit der Begründung, dass sich damit mehr Geld verdienen ließe.

Aus diesen Gründen ist das Leiden der Tiere in der Massentierhaltung völlig unnötig in jedem plausiblen Sinn des Wortes. Es ist ethisch nicht zu rechtfertigen, und zwar aus keiner Perspektive, die in der gegenwärtigen tierethischen Debatte ernsthaft eine Rolle spielen würde.

Ethikerinnen und Ethiker sind sich in diesem Punkt einig.
Bürgerinnen und Bürger sind sich darüber ebenfalls einig. Das geht aus Umfragen hervor und ist auch an der öffentlichen Debatte der letzten Monate und Jahre deutlich abzulesen.

Deshalb ist es so skandalös, dass von politischer und legislativer Seite, von Seiten der Repräsentanten der Bürgerinnen und Bürger, dagegen nicht vorgegangen wird, dass diese Tierquälerei im Gegenteil sogar finanziell gefördert wird.
In den Jahren 2008 und 2009 flossen über eine Milliarde Euro an EU-Subventionen in die deutsche Massentierhaltung, wie eine BUND-Studie errechnet hat. Unter anderem deshalb ist die Massentierhaltung ungebremst auf Wachstumskurs: Seit 2000 hat sich die Geflügelfleischproduktion in Deutschland nahezu verdoppelt, die Produktion von Schweinefleisch ist um 45 Prozent gestiegen. Im dritten Quartal 2011 wurde der bisherige Rekord von Schweineschlachtungen erneut übertroffen: 15,2 Millionen Schweine wurden in diesen drei Monaten ums Leben gebracht.

Unser Appell vertritt einerseits eine sehr gemäßigte Position. Wir fordern keine Abschaffung der Benutzung von Tieren, obwohl das für viele eine logische Konsequenz verschiedener ethischer Überlegungen darstellt.
Wir fordern stattdessen bloß eine Reform der Bedingungen, unter denen Tierhaltung stattfindet, die allerdings mit einer Reduktion der Menge der gehaltenen Tiere einhergehen muss.

Unser Appell vertritt andererseits eine gar nicht gemäßigte Position: Es geht uns nicht um einzelne Reförmchen, ein paar Stall-Zentimeter hier, eine Kastration weniger dort. Es geht uns um einen grundsätzlichen Kurswechsel. Die ethische Dimension unseres Umgangs mit Tieren muss endlich einen zentralen Platz in der Landwirtschaftspolitik finden, und aus den klimapolitischen und umweltpolitischen Offensichtlichkeiten müssen endlich praktische Konsequenzen gezogen werden.

Das Ziel darf nicht sein, die tierquälerische und umweltzerstörerische Massentierhaltung in Kleinstschritten zu modifizieren, sondern sie letztlich abzuschaffen. Auf deutscher und auf europäischer Ebene. Dass der Weg dorthin gleichwohl aus einzelnen Maßnahmen besteht, liegt auf der Hand. Das Netzwerk „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ hat mehrere solche Maßnahmen vorgeschlagen. In unserem Appell schließen wir uns den Forderungen dieses Netzwerks an.
Das Ziel, das in unseren Augen einzig vernünftige Ziel, ist der Ausstieg aus der Massentierhaltung.
Für dieses Ziel haben wir über 30.000 Unterschriften gesammelt, die wir heute übergeben wollen.

Zwischenstand

Was haben wir erreicht und wie gehen wir weiter vor?

1. Ilse Aigner kündigt Tierschutzpaket an und sieht Bedarf für eine “breite gesellschaftliche Debatte über die Zukunft einer verbraucherorientierten Landwirtschaft”.

Im Januar ist die Problematik Massentierhaltung im Zuge des Dioxinskandals, der großen Demo am 22. Januar in Berlin und hoffentlich auch ein bisschen durch die starke Medienresonanz unseres Appells in der Bundespolitik angekommen: Landwirtschaftsministerin Aigner hat ein “Tierschutzpaket” angekündigt, das z.B. Maßnahmen wie die Abschaffung von Käfighaltung von Hühnern, ein Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration und die Einführung eines Tierschutzsiegels für Verbraucher enthalten soll. Das sind unserer Ansicht nach wichtige Maßnahmen, die aber weit hinter unseren Forderungen nach einem grundlegenden Systemwechsel zurückbleiben. Welche Maßnahmen tatsächlich im Paket enthalten sein werden, steht zudem derweil noch nicht fest. Dazu gibt es auch eine Aktion der Albert-Schweitzer-Stiftung.

Aigner hat zudem einen Konsultationsprozess angekündigt, an dessen Ende eine “Charta für Landwirtschaft und Verbraucher” stehen soll. In vier Workshops zu “Umwelt”, “Tierschutz”, “Ernährungssicherheit und Weltagrarhandel” und “Lebensmittel” trifft sich Aigner mit Vertretern “breiter gesellschaftlicher Kreise”, d.h. mit Repräsentanten von Bauern- und Wirtschaftsverbänden, gesellschaftlichen Institutionen, Parteien sowie Umwelt-, Tierschutz- und Verbraucherorganisationen. Noch ist unklar, inwieweit die dort vertretenen Positionen tatsächlich Einfluss auf die konkrete Politik haben werden — und in den Medien hört man wenig von diesem Prozess.

2. Ilse Aigner ist nicht bereit, mit uns zu diskutieren.

Im Kontrast zu ihrer Ankündigung, eine breite gesellschaftliche Debatte zu befördern, hat Aigner eine Einladung von uns Appell-Initiatoren abgelehnt, im Rahmen einer öffentlichen Podiumsdiskussion über die Argumente des Appells zu sprechen. In der geplanten Veranstaltung wären drei Professoren, die den Appell unterstützen, mit Aigner zusammengetroffen, die zusätzlich zwei weitere Experten ihrer Wahl hätte einladen können. Wir hatten gehofft, auf diese Weise die sachliche Debatte über die Probleme in Tierschutz, Umwelt- und Klimaverträglichkeit sowie globaler Gerechtigkeit voranzubringen, und im Zuge dessen auch die Unterschriften zu übergeben. Leider hat Aigner uns abgesagt — ohne Begründung und ohne wenigstens das Angebot zu machen, einen Vertreter des Ministeriums zu schicken.

3. Wir arbeiten an anderen Möglichkeiten, dem Protest gegen Massentierhaltung wieder Gehör zu verschaffen.

Aktualisierung, 21.11.2011: Wir sind dabei, zusammen mit dem Provieh-Verein eine Abschlussveranstaltung zu organisieren, die Anfang Januar stattfinden soll. Konkreteres werden wir bald hier veröffentlichen. Die Veranstaltung soll u.a. zur Mobilisierung für die Demo “Wir haben es satt!” am 21.1.2012 in Berlin beitragen. Die Unterschriften werden dann entweder auf der Veranstaltung oder zeitgleich damit dem Landwirtschaftsministerium übergeben werden.

Ist kleiner gleich besser?

“Appelle gegen Massentierhaltung hallen durch die Lande, 300 Professoren rufen auf zum Ausstieg”, so schreibt die Lebensmittelzeitung geradezu poetisch über unsere Aktion. [1] Dann folgt die Kritik: “Die implizite Schlussfolgerung im Umkehrschluss lautet: Kleinbäuerliche Strukturen sind gut fürs Tierwohl und die Sicherheit der Lebensmittel. Großbetriebe, wie immer auch zahlenmäßig definiert, sind im vornhinein verdächtig.”

Diese Abwehrstrategie ist uns nun schon öfter begegnet: Entweder wird gesagt der Begriff der “Massentierhaltung” sei vollkommen vage oder uns wird unterstellt wir gingen allein nach der Zahl der gehaltenen Tiere und würden uns damit auf den falschen Grundsatz “Je kleiner, desto besser” festlegen.

Um es einmal klarzustellen: Unsere Antwort auf die Frage “Ist kleiner gleich besser?” lautet “Nein”. [2] Wir behaupten nicht, dass es den Tieren in größeren Betrieben notwendigerweise schlechter geht als in kleinen. Wir behaupten: “Tiergerechte Tierhaltung ist besser als Massentierhaltung”. Das impliziert, dass Massentierhaltung nicht tiergerecht ist, aber nicht, dass die Haltung weniger Tiere per se tiergerecht wäre.

Wie kann es zu diesem Mißverständnis kommen? Indem man uns folgende Definition unterstellt: “’Massentierhaltung’ ist Tierhaltung in Betrieben mit hoher Bestandszahl, unabhängig davon, wie diese Tiere in diesen Betrieben gehalten werden.” Von uns wird der Begriff anders benutzt, so wie von den Medien oder im Alltag: Er wird benutzt für die konkreten industriellen Großbetriebe, die derzeit in Deutschland existieren. Und die zeichnen sich durch sehr viel mehr, als allein durch die Anzahl der gehaltenen Tiere aus. Wir haben in unserem Appell die grausamen Lebensumstände beschrieben, unter denen vor allem Schweine, Hühner und Puten gehalten werden. Hierbei handelt es sich nicht um “schwarze Schafe”, sondern um den Normalfall. Wir meinen diesen grausamen, momentan real existierenden Normalzustand, wenn wir von Massentierhaltung reden, und nicht jegliche mögliche Form von Großbetrieb oder jedes bestimmt auch existierende positive Gegenbeispiel.

Um Mißverständnissen vorzubeugen, haben wir in unserem Appell den alltagssprachlichen Begriff präzisiert, so wie es in der Wissenschaft üblich ist, und zwar so: “Unter ‘Massentierhaltung’ verstehen wir die Haltung von Tieren in industriellen, weitgehend automatisierten Großbetrieben, in denen der Platz pro Tier nicht oder kaum das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß überschreitet.”

Wenn wir den Ausstieg aus der Massentierhaltung fordern, dann fordern wir also nicht einfach nur eine Verkleinerung der Betriebe, wir fordern eine Art der Tierhaltung, die den Tieren nicht länger krasse Schmerzen zufügt. Wir schließen uns auch hier dem lesenswerten Positionspapier des Netzwerkes “Bauernhöfe statt Agrarfabriken” an: “Wir streben eine Qualitätsproduktion an, bei der Klima-, Umwelt- und Tierschutz zum Nutzen der Verbraucherinnen und Verbraucher und der Bäuerinnen und Bauern den Maßstab bilden. Erfolgreiche Vorbilder für das Modell der nachhaltigen, bäuerlichen Tierhaltung sind NEULAND-Fleisch, die Richtlinien des ökologischen Landbaus, der Thönes-Natur-Verbund und viele weitere. Um die umwelt- und tiergerechte Fleisch-, Eier- und Milcherzeugung flächendeckend voran zu bringen, müssen die politischen Rahmenbedingungen konsequent auf bäuerliche, regionale Strukturen, Umwelt- und Tierschutz ausgerichtet werden.”

Fußnoten

  1. [1] Gegengift gesucht, Lebensmittelzeitung, 13.1., Artikel nur mit Abbonement verfügbar
  2. [2] In diesem Artikel geht es allein um den Tierschutz. Eine Gesamtabwägung, die Umweltschutz, Klimaschutz, globale Gerechtigkeit, Arbeitsplätze und -bedingungen, Fleischpreise usw. berücksichtigt, ist natürlich wesentlich komplizierter. Wenn es um den Klimaschutz geht, könnten Großbetriebe sogar besser sein als Kleinbetriebe, wenn es um Umweltschutz, Arbeitsplätze und -bedingungen geht, sind Kleinbetriebe wahrscheinlich besser, usw. Im Artikel der Lebensmittelzeitung wird zudem eingewandt, dass die Kontrolle von Großbetrieben einfacher sei. Auch das stimmt wahrscheinlich, ist aber an dieser Stelle für uns irrelevant. Für uns sind die grauenhaften Lebensbedingungen der Tiere der ausschlaggebende Grund für den Ausstieg aus der Massentierhaltung und dieser Grund ist so stark, dass er allein durch wirtschaftliche Erwägungen nicht aufgewogen werden kann (siehe dazu unsere Begründung), zumal sich die wirtschaftliche Situation für die meisten Landwirte durch den Ausstieg langfristig gesehen sogar verbessern würde und nur die Großindustriellen der Agrarindustrie darunter dauerhaft wirtschaftlich leiden würden. Natürlich muss aber der Ausstieg aus der Massentierhaltung für möglichst alle Landwirte sozialverträglich gestaltet werden.

Stellungnahme von Eugen Drewermann

Der Theologe Prof. Eugen Drewermann unterstützt unsere Aktion und hat uns freundlicherweise eine Stellungnahme zukommen lassen, die wir, da sie etwas länger als die übrigen Stellungnahmen ist, hier als Blogartikel veröffentlichen:

“Die Massentierhaltung ist als erstes ein Unrecht, das wir den Tieren zufügen. Selbst nach Meinung des Gesetzgebers sind Tiere artgerecht zu halten. Die Massentierhaltung ist nicht artgerecht. Sie ist eine millionenfache Quälerei an Tieren, deren Dasein zu nichts weiter bestimmt sein soll, als den Verbrauchern billige Preise vorzugaukeln und der Zulieferindustrie satte Gewinne einzufahren — auf Kosten der Tiere, auf Kosten der Bauern, auf Kosten aller mit Ausnahme weniger Nutznießer, die sich allerdings der besonderen Fürsorge des Landwirtschaftsministeriums erfreuen, das die Öko-Bauern zunehmend benachteiligt.

Die Massentierhaltung ist aber auch ein Unrecht, das wir uns selbst zufügen. Sie zwingt den großen Teil der Bevölkerung zum Wegschauen, zum Vergleichgültigen, zum Ausblenden, — also zum Lügen, zur Gefühlsabstumpfung und zur Verdrängung. Wer mit dem offensichtlichen Leid der Tiere derart umgeht, verkrüppelt sich als Mensch, und er wird Mitleid auch mit Menschen, wenn’s drauf ankommt, kaum aufbringen.

Die Massentierhaltung ist im Kern der Ausdruck einer “Ethik”, die uns Menschen alle Rechte gegenüber der “unvernünftigen” Kreatur zuspricht, den Tieren aber alle Lasten auferlegt. Diese Ethik ist falsch. Es gibt kein “Recht”, mit fühlenden Wesen gefühllos umzugehen.

Die Massentierhaltung ist illegal und illegitim. Sie gehört abgeschafft.”

Ist der Ausstieg aus der Massentierhaltung ungerecht?

Gegen unsere Forderungen wird der folgende Einwand vorgebracht:

Unsere Forderungen seien ungerecht. Denn die Massentierhaltung mache die Produktion von Tierprodukten preiswerter. Somit ermögliche sie auch den ärmsten Schichten der Bevölkerung den Konsum von Tierprodukten. Ein Verbot der Massentierhaltung würde insbesondere die Ärmsten treffen, da sie sich die teureren Fleisch- und Milchprodukte nicht – oder in einem geringeren Maße – werden leisten können. Deshalb sollte die Forderung nach Abschaffung der Massentierhaltung nicht unterstützt werden.

Wir halten diesen Einwand für unberechtigt. Um zu erläutern, warum er unberechtigt ist, möchten wir drei Fragen unterscheiden:

  1. Stimmt es, dass durch die Abschaffung der Massentierhaltung Tierprodukte teurer werden würden?
  2. Falls durch die Abschaffung der Massentierhaltung Tierprodukte teurer werden, stimmt es dann, dass die Verteuerung der Tierprodukte ungerecht ist?
  3. Falls die Verteuerung der Tierprodukte ungerecht ist, ist das ein ausschlaggebender Grund für die Aufrechterhaltung der Massentierhaltung?

ad (1)

Die Auswirkungen der Abschaffung der Massentierhaltung auf Preise von Tierprodukten sind schwer vorauszusagen. Uns erscheint es als plausibel, dass dadurch die Preise insgesamt in einem unbekannten Ausmaß steigen würden. Um die folgenden Fragen zu klären, nehmen wir einfach an, dass die Preise beträchtlich steigen werden.

ad (2)

Eine Verteuerung von Fleisch- und Milchprodukten ist nicht automatisch ungerecht. Dies hängt davon ab, ob alle Menschen einen Gerechtigkeitsanspruch auf den Konsum von einer gewissen Menge von Tierprodukten haben. Ein Gut, auf dessen Konsum Menschen keinen Gerechtigkeitsanspruch haben, ist beispielsweise das iPad: Es liegt nicht in der Verantwortung unserer Gesellschaft mir ein iPad zu verschaffen, wenn ich es mir nicht leisten kann. Deswegen ist ein Preisanstieg von iPads moralisch nicht zu beanstanden.

Anders sieht es mit Gütern aus, deren Konsum allen Menschen in einem gewissen Maße zustehen sollte. Eine Maßnahme, die dazu führt, dass einige Menschen sich die ihnen gerechterweise zustehende Menge an Grundnahrungsmitteln nicht leisten können, ist ungerecht.

Allerdings sind wir, die Verfasser des Appells, uns darüber uneinig, ob und wenn ja, auf welche Tierprodukte und in welcher Menge ein Mensch einen Gerechtigkeitsanspruch hat. Falls es diesen Anspruch gibt, sind wir uns jedoch sicher, dass die Menge von Tierprodukten, die jedem Menschen gerechterweise zustehen, weit geringer sein wird als die Menge, die der Durchschnittsdeutsche derzeit verzehrt. Und nicht zu vernachlässigen ist, dass sich eine Verteuerung von Tierprodukten durch eine Reduktion des Konsums zugunsten einer verstärkt pflanzlichen Kost gut abfedern lässt.

Da wir auch die Höhe des Preisanstiegs nicht abschätzen können, wissen wir nicht, ob die Abschaffung der Massentierhaltung tatsächlich ungerecht sein wird. Sie wird möglicherweise ungerecht sein.
Nehmen wir jedoch an, dass die Abschaffung der Massentierhaltung Milchprodukte derart verteuern wird, dass es für Menschen, die nahe am Existenzminimum leben, schwer bis unmöglich sein wird, sie sich zu leisten. Entkräftet das unsere Forderung nach Abschaffung der Massentierhaltung? Damit sind wir bei der dritten Frage.

ad (3)

Zwei Gerechtigkeitsforderungen sollten auseinander gehalten werden:

(1) Die Forderung nach einem artgerechten Umgang mit Tieren;
(2) Die Forderung nach einem würdigen Leben auch für die ärmsten Mitglieder unserer Gesellschaft: Dazu gehört die konkretere Forderung, dass alle Menschen sich diejenigen Güter leisten können sollen , die ihnen gerechterweise zustehen.

Unser Appell ruft dazu auf, zur Erfüllung der ersten Forderung beizutragen. Dabei laufen wir Gefahr, die Erfüllung der zweiten Forderung noch mehr zu erschweren als es heute der Fall ist. Was tun?

Idealerweise müssten beide Forderungen erfüllt werden. Wenn die Abschaffung der Massentierhaltung (um die erste Forderung zu erfüllen) dazu führt, dass einige Menschen die Möglichkeit verlieren, sich Güter zu leisten, die ihnen gerechterweise zustehen, so sollten diese Menschen von der Gemeinschaft darin unterstützt werden, sich diese Güter zu leisten. Das bedeutet beispielsweise, dass die Sätze für das Existenzminimum derart angepasst werden müssen, dass ein Bedürftiger die Menge an artgerecht hergestellten Tierprodukten, die ihm zustehen, sich leisten können muss. Eventuell müssten hierfür Steuern erhöht werden. Diese Konsequenz sind wir bereit zu tragen, um die beiden Gerechtigkeitsforderungen zu erfüllen.

Fazit

Selbst wenn also die Preise für Fleisch- und Milchprodukte beträchtlich steigen sollten (was wir nicht wissen), muss das noch keine ungerechten Nebenfolgen haben. Falls diese Erhöhung einige gesellschaftliche Schichten hart trifft, sollten diese Menschen von der Allgemeinheit unterstützt werden.

Warum bekommen Professorinnen und Professoren bei Euch einen Sonderstatus?

Es könnte durch unseren Fokus auf Professorinnen und Professoren der Eindruck entstehen, dass wir diese schlechthin für schlauer oder verantwortungsbewusster halten als andere Leute oder ihnen eine besondere Autorität bei diesem Thema zusprechen. Dieser Eindruck täuscht.

Wir glauben, dass dieses Thema alle gleichermaßen angeht und dass hier jede Stimme gleich viel zählen sollte, ganz gleich ob von Amts-, Titel- und Würdenträgern oder nicht. Deswegen fordern wir alle verantwortungsbewussten Menschen zum Unterschreiben auf.

Folgende Gründe haben uns dazu bewogen, trotzdem die Unterzeichner mit Professorentitel besonders hervorzuheben.

  1. Wir erhoffen uns durch eine signifikante Zahl von Professorinnen und Professoren unter den Unterstützern eine verstärkte Medienaufmerksamkeit. Für eine einfachen Unterschriftensammlung haben wir uns nicht besonders hohe Chancen ausgerechnet. Als Unterscheidungsmerkmal ausgerechnet die akademischen Würden der Unterzeichner zu wählen, dafür sprechen folgende Gründe.
  2. Da wir selbst zur Zeit an Universitäten bzw. Forschungsinstituten arbeiten und studieren, ist der wissenschaftliche Bereich unser direktes soziales Umfeld. Wir sind dort am besten vernetzt, und wir identifizieren uns besonders mit diesen Institutionen. Deshalb möchten wir, innerhalb der öffentlichen Debatte, insbesondere diesen Bereich mit unserem Appell repräsentieren.
  3. Ein Ziel unseres Appells ist es, das Thema Massentierhaltung aus einer Ecke herauszuholen, in die es immer noch oft gestellt wird — zu Unrecht. Viele Leute stellen sich unter Tierschützern und Umweltaktivisten immer noch sentimentale Mädchen, verfilzte Wollpulli-Schluffis oder radikale Zoobesetzer vor. Nicht dass wir etwas gegen solche Leute hätten. Einige unserer besten Freunde sind sentimentale Mädchen oder Wollpulli-Schluffis (auch wenn wir bisher noch keinen Zoobesetzer kennengelernt haben). Trotzdem tut dem Widerstand gegen Massentierhaltung ein Image-Wechsel gut. Professorinnen und Professoren sind diesem Image-Wechsel besonders dienlich — die Bilder, die man mit dieser Berufsgruppe verknüpft, sind den anderen geradezu entgegengesetzt. Professorinnen und Professoren repräsentieren eine ganz andere Gruppe der Gesellschaft, die sich bisher zu diesen Themen noch kaum zu Wort gemeldet hat. Das ist dringend überfällig, denn wenn wir einen grundlegenden Politikwechsel wollen, sollten möglichst viele Gruppen diesen unterstützen.
  4. Wir haben eine hohe Meinung von der Wissenschaft. Wissenschaft steht für uns für das Ideal der Rationalität, Unvoreingenommenheit, Unparteilichkeit — kurz: für die Bereitschaft, sich von den besten Argumenten überzeugen zu lassen, auch wenn sie gesellschaftlich geltenden Vorstellungen oder persönlichen Bequemlichkeiten widersprechen. Wir erleben tagtäglich, dass viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sich mit viel Mühe an diesem Ideal orientieren. Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer sollten diese Tugenden in besonderem Maße repräsentieren — auch das ist natürlich ein Ideal. Unserer Meinung nach erwächst daraus für sie eine besondere Verantwortung: Gerade sie sollten geltende Normen und Praktiken in unserer Gesellschaft kritisch hinterfragen und öffentlich diskutieren.

Wir hoffen, dass so unser Fokus auf Professorinnen und Professoren zumindest nachvollziehbar wird. Wir wollen natürlich keineswegs behaupten, dass alle Wissenschaftler oder nur diese rational oder unvoreingenommen sind. Insbesondere die Empörung über den Umgang mit Tieren in der Massentierhaltung erfordert keine komplexen wissenschaftlichen Argumente, sondern vielmehr eine moralische oder emotionale Sensibilität — oder einfach Mitgefühl.

Wir drei Initiatoren haben übrigens selbst weder Professor- noch Doktortitel.

Wir bemühen uns, auch andere Repräsentanten verschiedener Bereiche und Institutionen als Unterzeichner zu gewinnen. Und wir freuen uns sehr über alle Unterschriften und jede Unterstützung unseres Anliegens.

Und über Kommentare freuen wir uns auch!

Was wollt ihr mit den Unterschriften eigentlich anfangen? Und warum sind Eure Forderungen nicht konkreter? Gibt es gerade einen besonderen Anlass?

Danke für die Kommentare und Nachfragen, die wir bisher erhalten haben. Drei dieser Fragen versuche ich hier zu beantworten:
a) Was wir eigentlich mit den Unterschriften vorhaben und bezwecken,
b) warum unsere Forderungen nicht konkreter und ausführlicher sind,
c) warum unsere Forderungen gerade jetzt in diesen Tagen hochaktuell sind. Dazu werde ich kurz die Ereignisse der letzten Tage in der EU-Politik zusammenfassen.

a) “An wen richtet sich der Appell und was wird mit den Unterschriften geschehen?”

Unser Ziel ist es, mindestens 300 Professorinnen und Professoren für diesen Appell zu gewinnen. Gleichzeitig wollen wir natürlich auch insgesamt so viele Unterschriften wie nur möglich sammeln. Dieses Ziel wollen wir vorrangig erreichen, um Medienaufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Wir werden also, sobald die 300 beisammen sind, Pressemitteilungen verschicken und auf allen anderen verfügbaren Wegen versuchen Zeitungen auf uns aufmerksam zu machen.

Mit einer Übergabe der Unterschriften an Politiker kann man häufig ein besonders medientaugliches Ereignis schaffen. Wir werden deswegen versuchen die Unterschriften Ilse Aigner, Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz zu überreichen. Aber wir richten unsere Hoffnungen nicht direkt auf die Politiker (das wäre bei Frau Aigner auch unangebracht, angesichts ihrer gegenwärtigen Agrarpolitik, s.u.), sondern auf die Öffentlichkeit: Wir glauben, dass es zunächst eine breitere öffentliche Debatte über die Massentierhaltung geben muss, bevor der politische Druck groß genug für echte Veränderungen ist.

Deswegen ist jede Unterschrift für sich genommen schon viel wert. Besonders viel wert ist sie uns, wenn sie von einer Person kommt, die sich bisher noch nicht für dieses Thema engagiert hat. Wir versuchen deswegen ein möglichst breites Publikum anzusprechen. Sollten wir damit Erfolg haben, können wir darüber nachdenken, ob wir eine Bundestagspetition in Angriff nehmen (das würde allerdings 50.000 Unterschriften erfordern). Für eine Bundestagspetition wären konkrete Forderungen in der Tat sinnnvoll. Für unsere Zwecke scheinen uns unsere Forderungen besser geeignet zu sein. Damit sind wir bei der zweiten Frage:

b) “Mir ist nicht ganz klar, was Eure Forderungen sind. Eure Forderungen sind mir nicht konkret genug.”

Am Anfang haben wir überlegt, ob wir ganz konkrete Forderungen stellen sollen, wie z.B. den sofortigen Baustopp neuer Mastanlagen. Das wäre gewiß sehr plakativ gewesen, würde sich sehr konkret anhören, wäre aber in Wirklichkeit sehr naiv und unrealistisch gewesen. Wir haben uns stattdessen bewußt dafür entschieden keinen eigenen Forderungskatalog zu erstellen, sondern die Forderungen vom Netzwerk “Bauernhöfe statt Agrarfabriken” zu übernehmen, auch um diesem Netzwerk mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Einige unserer Forderungen sind in der Tat relativ allgemein. Aus ihnen ergibt sich noch nicht direkt ein politisches Programm (z.B. “Transformation zu einer sozial-ökologischen Landwirtschaft”). Sie entwerfen eher ein Zukunftsbild, auf das wir hinarbeiten sollten: Eine Zukunft, in der die Höfe kleiner sind, in der es den Tieren besser geht, in der Bio-Produkte staatlich besser gefördert werden und in der die Konsumenten bewusster und weniger Fleisch konsumieren. Diese Zukunft sich bereits jetzt in allen Einzelheiten auszumalen würde uns nicht weiterhelfen. Wichtig ist, dass wir die Richtung kennen.

Natürlich sieht das Endziel für viele überzeugte Veganer oder Vegetarier sehr viel radikaler aus, als für andere Gegner der Massentierhaltung. Das ist ganz normal: Auch in der Anti-Atomkraftbewegung gibt es unterschiedlich radikale Zielvorstellungen. Wir müssen uns nicht alle auf ein konkretes Endziel einigen, um für die ersten Schritte miteinander zusammenzuarbeiten. Das wäre für die Zusammenarbeit sogar schädlich. Alles, was wir brauchen ist eine grobe Richtung und eine genaue Vorstellung darüber, wie die ersten Schritte aussehen sollen.

Unsere letzten Forderungen könnten solche konkreten ersten Schritte sein: Eine bessere Kennzeichnung der Lebensmittel und der Abbau von Subventionen für Massentierhaltung, Überproduktion und Export. Wir denken, dass diese Forderungen konkret genug sind: Sollten sich Politiker entscheiden diese Forderungen umzusetzen, werden sie nicht lange nachdenken müssen, was sie konkret bedeuten.

c) “Gibt es eigentlich gerade einen besonderen Anlaß für Eure Aktion?”

Diese konkreten Forderungen sind gerade im Moment hochaktuell. Nach 2013 müssen die in der GAP geregelten Agrarsubventionen der EU neu verteilt werden. Der vor ein paar Tagen, am 18. November, vorgelegte Vorschlag der EU-Kommission sieht vor, die Subventionen endlich auch nach ökologischen Kriterien zu verteilen. [1] Das heißt u.a. dass die Subventionen nicht einfach mehr nur nach der Größe der Höfe verteilt werden, sondern es eine Obergrenze für Großlandwirte geben soll. Diese Pläne gehen prinzipiell in die richtige Richtung und werden z.B. vom BUND [2] und EuroNatur [3] begrüßt, auch wenn sie nichts daran ändern, dass die Subventionen global gesehen schlimme Nebenwirkungen haben werden [4].

Landwirtschaftsministerin Aigner und der Bund deutscher Bauern kündigen aber bereits schon jetzt Widerstand gegen diese Reformvorschläge an, insbesondere gegen die Ausrichtung auf ökologische Ziele und die Einführung der Obergrenze. [5] Damit ihre Blockadepolitik keinen Erfolg hat, ist es wichtig die Öffentlichkeit gerade jetzt gegen die Massentierhaltung und eine ökologisch absurde Landwirtschaftspolitik zu mobilisieren.

Bitte unterstützen Sie uns also weiterhin bei dieser Aktion! Falls Sie selbst Vorschläge für konkretere Forderungen, Ideen für die strategische Ausrichtung oder aktuelle Hinweise haben, interessiert uns das natürlich und wir würden gerne mit Ihnen weiter darüber beratschlagen. Schreiben Sie uns doch einfach einen Kommentar oder eine Mail!

Fußnoten

  1. [1] EU Kommission: Pressemitteilung, vollständige Mitteilung der Kommission an Institutionen der EU
  2. [2] BUND Pressemitteilung
  3. [3] Pressemitteilung EuroNatur
  4. [4] Oxfam, 18. November: Oxfam zur EU-Kommissionsmitteilung über EU-Agrarpolitik
  5. [5] taz: 60 Milliarden neu verteilen, Sueddeutsche: Aigner lehnt Agrarreform ab, Albert-Schweitzer-Stiftung: Tiefensee und Aigner: für Massentierhaltung, gegen Arbeitsplätze

Ich habe unterschrieben. Wo ist meine Unterschrift?

Vielen Dank für die viele Unterstützung! Wir haben von einigen erfahren, die sich darüber gewundert haben, dass sie nach dem Abschicken des Formulars nicht sofort ihre Unterschrift zu sehen bekommen. Bevor wir die Unterschrift als echt akzeptieren, schicken wir Ihnen eine Bestätigungs-E-Mail. Dort müssen Sie noch einmal kurz auf einen Bestätigungslink klicken. Auf diese Weise erhalten Online-Petitionen mehr Glaubwürdigkeit.

Sollten Sie bereits auf den Bestätigungslink geklickt haben, aber dennoch nicht ihren Namen in unserer Liste finden, so liegt dies daran, dass die Namen nicht nach Bestätigungsdatum sortiert sind, sondern nach dem Zeitpunkt, zu dem sie auf “Appell unterschreiben” geklickt haben. Je länger der Zeitraum zwischen dem Abschicken des Formulars und der Bestätigung ist, desto weiter rutscht Ihr Name auf der Liste nach hinten.

Sollten Sie keine Bestätigungsmail erhalten haben, so kann das daran liegen, dass unsere Mail fälschlicherweise als Spam aussortiert wurde. Bitte schauen Sie dann doch einmal kurz in Ihrem Spam-Ordner nach. Die Mail trägt den Titel: “Bitte bestätigen Sie kurz Ihre Unterschrift für den ‘Appell für den Ausstieg aus der Massentierhaltung’” und wurde von unserer Adresse info@gegen-massentierhaltung.de versendet.

Sollten Sie auch dort keine Mail finden, so kann es sein, dass Sie sich in der Eile beim Eingeben Ihrer E-Mail-Adresse vertippt haben und die Bestätigungsmail deswegen nicht an Sie versandt werden konnte. Dies kommt ungefähr alle 20 Unterschriften einmal vor. Probieren Sie deswegen dann einfach einmal Ihre Daten erneut mit Ihrer richtigen E-Mail-Adresse einzugeben.

Sollte auch das nicht weiterhelfen, schreiben Sie uns bitte eine kurze Mail an info@gegen-massentierhaltung.de oder hinterlassen Sie einfach hinter diesem Blogartikel einen Kommentar.

Die Datenbank der uns unterstützenden Professorinnen und Professoren wird manuell aktualisiert, es kann also in diesem Fall ein paar Stunden dauern, bis Ihr Name dort erscheint.

Es geht los!

Seit heute kann man unseren Appell online unterzeichnen! Im Moment setzen wir noch primär auf die Email-Anschreiben, mit denen wir uns direkt an Wissenschaftler und Repräsentanten verschiedener Institutionen wenden und sie um Unterzeichnung bitten.

Dabei können wir Unterstützung gebrauchen: Haben Sie schon Ihre Kolleginnen und Freunde über den Appell informiert? Haben Sie Kontakte zu Personen des öffentlichen Lebens, die wir um Unterzeichnung bitten können? Oder haben Sie vielleicht Lust, uns beim Heraussuchen von Email-Adressen zu helfen? Dann melden Sie sich bei uns!

Wir freuen uns auch über alle Nachrichten, Hinweise und Kommentare!