Neue Aktion für 2012:

Diese Aktion ist beendet, aber der Protest gegen die Massentierhaltung muss weitergehen: Bitte unterstützen Sie deswegen die Petition gegen die Massentierhaltung, die die Albert-Schweitzer-Stiftung dieses Jahr gestartet hat. Der Petitionsausschuss des Bundestages muss sich schon jetzt mit dieser Petition befassen, weil bereits mehr als 50.000 BürgerInnen unterschrieben haben. Nun geht es darum, so viele zusätzliche Stimmen wie möglich zu sammeln, um den Druck zu erhöhen. Das neue Ziel lautet daher 80.000 Unterschriften zu übergeben. Helfen Sie mit, dieses Ziel zu erreichen!

Abschluss der Aktion:

Die Unterschriften wurden am 10. Januar im Rahmen eines Presse-Essens in Berlin an einen Vertreter des Landwirtschaftsministerium übergeben. Für diese Veranstaltung haben wir uns mit dem Tierschutzverein ProVieh zusammengetan, der die Organisation und die Kosten übernommen hat.

Hier ein paar Ausschnitte aus der Berichterstattung:  Hamburger AbendblattNeues Deutschland, Tagesspiegel, Welt.

Unser Statement bei dem Presse-Essen haben wir noch als Blog-Eintrag veröffentlicht.

Einige ältere Beiträge über uns: NDR, Interview mit Prof. Harald Lemke: Gastrosophie: Besser wieder besser essen, Hamburger Abendblatt vom 31.1.: Massen gegen die Massentierhaltung und Statements norddeutscher Professoren, Zeit: “Anstand satt”, tagesthemen vom 21.1., Titelseite der taz vom 12.1., sueddeutsche.de, taz.de, n-tv, Bild, Deutschlandradio, Interview mit Prof. Leitzmann: “Ein ganz trauriges Armutszeugnis für die Menschheit”, Neues Deutschland, Junge Welt, telepolis, greenpeace magazin, mdr, Hessischer Rundfunk, Interview mit Prof. Lorenzen: “Billige Fleischproduktion kommt teuer”

Wir alle wissen längst, dass in der modernen Massentierhaltung eine Tierquälerei in gigantischem Ausmaß stattfindet. Trotzdem nimmt die Zahl und Größe der Tierfabriken in Deutschland immer weiter zu. Die Auswirkungen sind fatal. Die Massentierhaltung

  • bereitet Tieren ein Leben voller Schmerz und Leiden,
  • trägt zum Klimawandel bei,
  • verschmutzt unsere Umwelt,
  • ist ein Brutkasten für Krankheitserreger,
  • schadet unserer Gesundheit,
  • verschwendet wichtige Ressourcen
  • und zerstört die Existenzgrundlage von Bauern in Entwicklungsländern sowie von ökologisch wirtschaftenden Bauern in den Industrieländern.

Man muss keine Veganerin, keine Vegetarierin, ja nicht einmal ein Tierfreund sein, um zu sehen, dass hier politischer Regelungsbedarf besteht. Wir rufen deswegen alle verantwortungsbewussten Menschen auf, sich uns anzuschließen:

Wir fordern den Ausstieg aus der Massentierhaltung und die Transformation zu einer sozial-ökologischen Landwirtschaft!

Der Appell zum Ausdrucken: PDF

Die Massentierhaltung boomt in Deutschland. [1] Unzählige neue Anlagen sind bundesweit in der Planung. Allein für den umstrittenen Mega-Schlachthof in Wietze, der im September in aller Stille eröffnet wurde, sollen für die volle Kapazitätsauslastung insgesamt 400 Hähnchenmästereien à 40.000 Tiere gebaut werden. [2] Seit 2000 hat sich die Geflügelfleischproduktion in Deutschland nahezu verdoppelt, die Produktion von Schweinefleisch ist um 45 Prozent gestiegen. [3]Im dritten Quartal 2011 wurden mit 15,2 Millionen Schweinen noch einmal 3,5 Prozent mehr Schweine geschlachtet als im bisherigen vierten Rekordquartal 2010. [4]Auch der Export von Schweinefleisch steigt weiter an. [5] In Mecklenburg-Vorpommern entsteht trotz Protesten die größte Ferkelzuchtanlage Europas. [6] Und 36 Millionen Legehennen werden für die Eierproduktion gehalten. [7] Deutschland als bevorzugter Standort der industriellen Tierwirtschaft: diese Entwicklung wird von der Politik unterstützt und mit öffentlichen Geldern gefördert.

Dabei ist bekannt, dass in Massentierhaltungsanlagen mit Tieren auf eine Weise umgegangen wird, die uns als Gesellschaft beschämen muss. Es ist bekannt, dass die Massentierhaltung eine wesentliche Ursache des Klimawandels ist und dass sie die Umwelt hierzulande schädigt. Es ist bekannt, dass der hohe Fleischkonsum unserer Gesundheit nicht bekommt, und dass die Massentierhaltung unkalkulierbare Risiken im Hinblick auf die Entstehung neuer Epidemien birgt. Es ist bekannt, dass die Verfütterung von Getreide an Tiere eine Ressourcenverschwendung darstellt, die wir uns angesichts des Welthungers nicht leisten dürften, und dass der Export von Produkten aus Massentierhaltung Bauern in ärmeren Ländern die Existenzgrundlage raubt. Dieses Wissen muss endlich politische Konsequenzen haben.

Wir fordern den Ausstieg aus der Massentierhaltung und die Transformation zu einer sozial-ökologischen Landwirtschaft.

Einen solchen Richtungswechsel einzuleiten, kann nicht dem Markt bzw. den Kaufentscheidungen von Einzelnen überlassen werden. Wo Gemeingüter in Gefahr sind, bedarf es politischer Regelung.

Man muss keine überzeugte Veganerin sein, kein mit sich kämpfender Vegetarier, ja nicht einmal ein mitfühlender Tierfreund, um zu sehen, dass hier politischer Regelungsbedarf besteht.

chließlich kann man auch dann unmenschliche Arbeitsbedingungen in Sweatshops kritisieren, wenn man selbst auf diese Weise hergestellte Kleidung kauft. Wir rufen deswegen alle verantwortungsbewußten Menschen auf, sich uns anzuschließen.

Wir fordern von Ländern, Bund und EU:

  • Vielfalt, Gerechtigkeit und Arbeitsplätze in ländlichen Regionen – Privilegien für industrielle Tierhaltung abschaffen;
  • Klima- und Tierschutz wirksam verbessern;
  • Kennzeichnung der Haltungsform auf tierischen Lebensmitteln;
  • Agrarsubventionen nur für höhere Standards im Tier- und Umweltschutz;
  • Überproduktion abbauen, Exportsubventionen streichen.

Diese Position wird bereits von zahlreichen Umwelt- und Tierschutzverbänden vertreten, die sich im Netzwerk “Bauernhöfe statt Agrarfabriken” organisiert haben. Wir schließen uns hiermit wesentlichen Forderungen dieses Netzwerks an. [8]

Fußnoten

  1. [1] Unter „Massentierhaltung“ verstehen wir die Haltung von Tieren in industriellen, weitgehend automatisierten Großbetrieben, in denen der Platz pro Tier nicht oder kaum das gesetzlich vorgeschriebene Mindestmaß überschreitet.
  2. [2] taz: Die Schlacht ums Schlachten
  3. [3] Statistisches Bundesamt.
  4. [4] Statistisches Bundesamt.
  5. [5] Agrar Heute: www.agrarheute.com/schweinefleisch-exportniveau
  6. [6] NDR: Alt Tellin: Ferkelaufzucht kann gebaut werden
  7. [7] Statistisches Bundesamt.
  8. [8] In dem Positionspapier findet sich neben diesen fünf Punkten die weitere Forderung „Heimische Futtermittel ohne Gentechnik“. Dieser Punkt wird in diesem Appell nicht erörtert.

Informieren Sie sich darüber, wie wir unsere Thesen belegen und begründen.